BFW-Mitgliederumfrage zu Corona-Folgen: Jetzt werden passgenaue Lösungen gebraucht!

Berlin, 25. März 2020. „Es ist wichtig und richtig, dass sich die Bundesregierung
in einem ersten Schritt der Sicherung der Mietverhältnisse zugewandt hat. Als
zweiten Schritt brauchen wir jetzt eine genaue Analyse, wo es bei der deutschen
Wirtschaft klemmt und sich die Risiken und Zahlungsausfälle sammeln.
Dazu wollen wir mit unserer Umfrage zu den Folgen des sich ausbreitenden
Corona-Virus einen ersten Beitrag leisten. Denn schon jetzt zeigen sich eklatante
Auswirkungen auf die mittelständischen Immobilienunternehmen: Verzögerungen
auf Baustellen und bei Planungs- und Genehmigungsverfahren,
Mietstundungen und ein starker Rückgang der Nachfrage“, sagte Andreas Ibel,
Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen,
heute in Berlin. Hier präsentierte Ibel eine Umfrage unter den mittelständischen
BFW-Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland 50 Prozent des
Wohnungs- und 30 Prozent der Gewerbeimmobilien bauen und 14 Prozent des
gesamten Mietwohnungsbestandes verwalten.

Sinkende Nachfrage

85 Prozent der Befragten stellen Auswirkungen des Corona-Virus auf ihren Geschäftsbetrieb
fest. Die stärksten Folgen betreffen die Mitarbeiterorganisation
in den Unternehmen (37 Prozent), aber auch den Bereich Vertrieb und Verkauf
(24 Prozent): Besichtigungen und Notartermine werden verschoben. 53 Prozent
aller Befragten berichten von Rückgängen bei der Nachfrage: Dies trifft insbesondere
das Segment von Eigentumswohnungen. Ein Nachfrage-Rückgang wird
aber auch ist aber auch im gewerblichen Segment verzeichnet.

Auswirkungen auf der Baustelle

Laut 24 Prozent der befragten Unternehmen zeigen sich bereits Auswirkungen
des Corona-Virus auf den Baustellen-Betrieb. Hier fallen zunehmend Mitarbeiter
– in erster Linie von Subunternehmen – aus. Vor allem aber werden die Engpässe
bei Lieferketten immer größer, wie 43 Prozent der Befragten angeben: So fehlen
schon jetzt Fliesen, Türen und Fenster. Darüber hinaus können Hausanschlüsse
oft nicht mehr verlegt werden.
Aufgrund des Ausfalls von Mit- und Facharbeitern sowie Lieferschwierigkeiten
rechnen 76 Prozent der Unternehmen mit Verzögerungen bei Bauvorhaben. Dabei
rechnet die Hälfte der Befragten derzeit mit einer Verschiebung um zwei bis
drei Monate.
Große Verzögerungen entstehen auch schon zu einem früheren Stadium von
Bauvorhaben – in der Planungs- und Genehmigungsphase: So geben rund 40
Prozent der Befragten an, dass die Kommunen Entscheidungen zu Bauvorhaben,
B-Planverfahren und Planungsrechtschaffung ausgesetzt haben und geplante
Bauvorhaben deshalb nicht angegangen werden können.

Zunehmend Anfragen nach Mietstundungen

Zwölf Prozent der Befragten stellen inzwischen Auswirkungen auf ihre Tätigkeit
als Vermieter fest: Unter diesen hat bereits jeder Dritte Anfragen von Mietern
bekommen, ob die Miete gestundet werden könne. Die Gesetzesinitiative der
Bundesregierung, die Kündigungsmöglichkeiten zu beschränken, die Zahlungspflicht
aber bestehen zu lassen, ist hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt für individuelle
Lösungen.

Passgenaue Lösungen erforderlich

„Angesichts der tiefgreifenden Folgen des Corona Virus auf die mittelständische
Immobilienwirtschaft brauchen wir jetzt ein Bündel von differenzierten und
passgenauen Maßnahmen, um die Wirtschaftskraft und die Arbeitsplätze in der
Branche zu sichern“, forderte BFW-Präsident Ibel. „Dabei muss zwischen Bestand
und Neubau, Kleinvermietern, Mittelstand und Großunternehmen unterschieden
werden. Es macht erhebliche Unterschiede, ob Mietzahlungen oder
Genehmigungen ausbleiben, ob der Bau verzögert wird oder eine Finanzierung
nicht durchgeführt werden kann. Diese Unterschiede müssen jetzt von der Praxis
in die Politik transportiert werden. Der BFW Bundesverband hat dazu einen engen
Informationsaustausch mit dem Bundesbauministerium vereinbart. Gleiches
geschieht auf der Landesebene durch die BFW Landesverbände. Nur so können
die Wirkungen der Maßnahmen schnell überprüft und nachgesteuert werden.“

Die Umfrage wurde vom 19. bis zum 23. März (Mitternacht) erhoben.

Unter folgendem Link bietet der BFW Bundesverband tagesaktuelle und komprimierte
Informationen und Hilfestellungen zum Umgang mit dem Coronavirus für
die Immobilienwirtschaft.

BFW-PM Folgen Coronavirus pdf Datei ansehen —  Datei herunterladen
Teilen Sie diesen Beitrag: